Extrem kräftige Motoren gehören bei Kawasaki zur Tradition. Power ist eines der Synonyme für Kawasaki, dies zeigt sich auch bei der GPZ 900R. Ende der 1960er Jahre hingegen galt die 500er Zweitakt-Dreizylinder als Sprintweltmeister. Mitte der 1970er Jahre war die 900er Z1 ein Vorzeigemodell im Hinblick auf die Viertakt-Technik. Mit einem Big-Bike startete Kawasaki dann 1980 mit der GPZ-Baureihe und sorgte damit für eine Menge Aufsehen.
Das Prädikat „Schnellstes Serien-Motorrad aller Zeiten“ bekam zunächst die GPZ 1100 FI nach dem ersten Test von der US-Zeitschrift „Cycle World“ verliehen. In 11,18 Sekunden schaffte die 1100er die Viertelmeile. Eine Erneuerung bei der Technik gab es auch, da die nach Bosch-Lizenz von der japanischen Firma Jecs gebaute elektronische Benzineinspritzung erstmals zum Einsatz kam. Erst ab 1981 kam diese Maschine auch nach Deutschland. Die FI-Anlage wurde schon ein Jahr später von der dfi (digital fuel injection) abgelöst. Sie arbeitete damals noch mit Einspritzdüsen, die unmittelbar in den Zylinderkopf eingesetzt waren und einer Stauklappe zur Luftmengenerfassung. Eine lenkerfest montierte Mini-Verkleidung war hier das äußere Erkennungsmerkmal der GPZ 1100 dfi aus dem Jahr 1982.
Hektische Modellpolitik war ein Markenzeichen aller japanischen Hersteller in den 1980er Jahren. Es gab viele Änderungen an der Modellpalette, zudem gab es häufig Novitäten. Die GPZ 900R bildete dabei die Ausnahme, denn obwohl einige Modelle zur Ablösung auf den Markt kamen, blieb sie fast 10 Jahre lang im Angebot. 60.000-mal verließ die im Ausland mit dem Namenszusatz Ninja versehene 900er die Schwelle eines Motorradhändlers – ein absoluter Traumwert. Dadurch wurden sogar Nachfolgemodelle wie die ZX10 und die GPZ 1000RX von der 900R in den Schatten gestellt. 1986 wurde die 1000RX mit 125 PS Spitzenleistung und 96 cm³ Hubraumplus vorgestellt. Sie machte im Hinblick auf die Fahrwerksabstimmung viel mehr Kompromisse als die 900er, war aber handlicher zu bewegen. Um bei hoher Geschwindigkeit kühle Luft mit Überdruck in den Luftfilterkasten zu führen, verfügte die RX bereits über eine Luftzuführung.
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