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Motorradverkleidung selber lackieren

Kratzer in der Motorradverkleidung haben keine Auswirkungen auf die Funktion oder Sicherheit des Motorrades. Während bei einem Auto ein Kratzer zu Rost und damit zu Folgeschäden führen kann, ist die Motorradverkleidung aus Plastik, und die Farbe hat keine Schutzfunktion für das Material. Wenn ein Motorrad neu lackiert wird, geschieht das also “nur” aus optischen Gründen. Die rein visuelle Funktion des Lacks an einem Motorrad bedeutet allerdings nicht, dass die Anforderungen an die Qualität des Materials oder die Arbeit niedriger wären – im Gegenteil. Während sich manch ein Auto-Besitzer damit zufrieden gibt, Kratzer mit dem Lackstift zu übermalen, um Rost vorzubeugen, macht das Umlackieren der Motorradverkleidung nur dann Sinn, wenn das Ergebnis mindestens so gut aussieht wie der Originallack.

Manch ein junger Motorrad-Bastler hat sein Gefährt schon verunstaltet, weil er dachte, eine Sprühdose reiche, um einem angeschlagenen Motorrad günstig und schnell ein neuwertiges Aussehen zu verleihen. Schnell stellt sich heraus, dass die Farbe aus Sprühdosen schlecht deckt und alles andere als ergiebig ist. Und selbst wenn man die Kosten nicht scheut und die benötigte Anzahl von Sprühdosen nachkauft, bis alle Teile deckend lackiert sind, wird die Freude an der neuen Farbe nicht von langer Dauer sein. Touchiert man versehentlich mit einem Werkzeug, Schlüssel oder einem anderen harten Gegenstand das Chassis, blättert die Farbe schnell ab, und es wird erkennbar, dass kein Lackiermeister am Werk war.

Wenn man jedoch gründlich arbeitet und die nötigen Arbeitsschritte nicht scheut, kann man auch als Laie das Lackieren der Motorradverkleidung selbst in die Hand nehmen. Als Erstes müssen alle zu lackierenden Chassis-Teile abgeschraubt werden. Tiefe Kratzer müssen mit grobem Schleifpapier geglättet werden. Dann schleift man den gesamten alten Lack mit 400er Sandpapier an, damit die neue Farbe gut haften kann. Wenn es perfekt werden soll, grundiert man nun mit einem sogenannten Füllerhaftgrund. Dieser hat nicht nur den Vorteil, dass die neue Farbe optimal haftet, sondern er kann nach dem Trocknen noch einmal mit 600er Sandpapier poliert werden und bietet somit eine vollständig glatte Struktur. Je nach der Farbe des neuen Lacks benutzt man einen hellen oder dunklen Füllerhaftgrund.

Für das richtige Lackieren benötigt man einen Kompressor und eine Lackierpistole. Gute Modelle kosten Hunderte bis Tausende Euro; wenn man also nicht vorhat, das Motorrad jede Woche neu zu lackieren, ist man mit einem geliehenen Gerät vom Baumarkt am besten bedient. Die erste Farbschicht wird mit vergleichsweise geringem Druck (ca. 2,5 bar) und hohem Farbdurchfluss deckend aufgetragen. Bei den darauffolgenden Schichten mischt man etwas mehr Luft bei und arbeitet mit einem Druck von 3,5 bar. Vor jedem Lackiergang sollte man abwarten, bis die Grundierung oder die letzte Farbschicht staubtrocken ist, und sie dann mit einem Silikonentferner und einem fusselfreien Tuch reinigen. So kommen weder Staub noch Fingerabdrücke zwischen die Schichten, und die Haftung der Farbe wird optimal. Um Fingerabdrücken vorzubeugen und die Hände vor der Farbe zu schützen, empfehlen sich Schutzhandschuhe, wie man sie im Erste-Hilfe-Set findet. Am besten hat man einige davon in Reserve, denn sie lösen sich im Kontakt mit Lösungsmitteln schnell auf.

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