Als Motorrad wird grundsätzlich ein motorisiertes Zweirad bezeichnet, welches mit einem oder zwei Sitzplätzen ausgestattet ist. Auf dem deutschen Motorrad Markt waren 2008 rund 4 Millionen Stück zugelassen.
Die Geschichte des Marktes für Motorräder reicht bis zum Ende des 19. Jahrhunderts zurück und findet seine Anfänge fast zeitgleich in Europa, hier vor allem in Frankreich und Deutschland, sowie in den USA. Schon zu dieser Zeit entstand um die Jahrhundertwende, Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts, der Begriff Motorrad im deutschsprachigen Raum.
Eine Großserienproduktion von Motorrädern konnte in den Vereinigten Staaten vor dem Ersten Weltkrieg beobachtet werden, sodass dort auch die damals weltweit größten Unternehmen entstanden. Erstmals wurde, wie beim Kraftfahrzeug auch, die Fließbandproduktion eingesetzt und so Motorräder im industriellen Maßstab hergestellt. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren deutsche Fabrikate die am meisten produzierten und lösten die US-amerikanischen ab. Allerdings wurde in den fünfziger Jahren die stärkere Verbreitung des Motorrades durch den rasanten und immensen Erfolg des Kraftfahrzeuges gebremst. Als ausschließliches motorisiertes Fortbewegungsmittel verfügt das Motorrad im Gegensatz zum Kfz über einige Nachteile. Kein Schutz vor den Witterungsbedingungen, fehlende passive Sicherheit bei Unfällen oder kaum vorhandene Zuladungsmöglichkeiten ließen die breite Masse der Konsumenten das Kfz wählen und verdrängten so das Motorrad als ehemals im alltäglichen Einsatz beliebtes Fortbewegungsmittel.
Erst später gewann das Motorrad wieder an Boden, hauptsächlich als Zweit- oder Drittobjekt neben dem Kfz, hauptsächlich in der Freizeit eingesetzt. In den 1970er Jahren änderte sich die Produktionsführerschaft auf dem Motorradmarkt erneut, diesmal zugunsten der japanischen Marken, die bis heute unangefochten zu den am meisten hergestellten zählen. So wurden von dem erfolgreichsten japanischen Motorrad, zum Teil auch in Lizenzfertigung, weltweit mehr als vierzig Millionen Stück hergestellt und verkauft.
Hauptbauart der Motorradmotoren ist der Viertaktmotor. Früher stärker verbreitet, spielt der Zweitaktmotor kaum noch ein Rolle. In den USA werden zum Teil auch achtzylindrige Motoren verbaut, wobei diese allerdings ein absolutes Nischendasein fristen. Die heute am stärksten verbreiteten Bauarten sind die klassischen Straßenmotorräder und die Geländemaschinen.
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